Donnerstag, 19. Mai 2016

Concept Mapping

Als eine Methode der vertieften Bearbeitung haben wir im Rahmen des PH-Studiums immer wieder mit dem Concept Map gearbeitet. Im BP-Modul war die Auseinandersetzung damit am grundlegendsten und am intensivsten.

Concept Mapping kann als Lernstrategie, zur Diagnose von Verständnissen oder als Leistungskontrolle eingesetzt werden.

Hier die wichtigsten Punkte:

  • Wichtigste Elemente der Darstellung sind Textcontainer, Pfeile und deren Beschriftungen.
  • Die Rechtecke stehen für Begriffe.
  • Die Pfeile symbolisieren die gegenseitigen Beziehungen der Begriffe.
  • Die Beschriftungen der Pfeile geben genauere Auskunft über die Art der Beziehung. Die Pfeilrichtung gibt dabei die Beziehungsrichtung vor.
  • Rechtecke enthalten grundsätzlich Nomen, Pfeilbeschriftungen grundsätzlich Verben.


Ich habe mich zur Verinnerlichung direkt an die Umsetzung gewagt und einmal versucht, die Akteure des Schweizer Bildungssystem zu einander in Relation zu setzen:

Dienstag, 15. März 2016

Die wichtigsten Begriffe der Rahmenbedingungen


BBG

= Berufsbildungsgesetz

Das BBG regelt die Berufsbildungen der Schweiz ausserhalb der Hochschulen. Darunter fallen sowohl die berufliche Sparte der Sekunderstufe II als auch die Tertiär-B-Stufe mit den eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen und den Bildungsgängen der höheren Fachschulen.

www.ch-go.ch

BBV

= Berufsbildungsverordnung

Wie bei anderen Gesetzen wird auch das BBG durch eine Verordnung noch genauer geregelt. Die BBV enthält diejenigen Passagen, die notwendig, aber im BBG nicht enthalten sind. Das BBG und die BBV sind zusammen die wichtigste Rechtsgrundlage für die Berufsbildung in der Schweiz. Sie enthalten Vorschriften zu den Bereichen 
  • berufliche Grundbildung, einschliesslich der Berufsmaturität
  • höhere Berufsbildung
  • berufsorientierte Weiterbildung
  • Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel
  • Bildung der Berufsbildungsverantwortlichen
  • Zuständigkeit und Grundsätze der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung
  • Beteiligung des Bundes an den Kosten der Berufsbildung

BiVo

= Verordnung über die berufliche Grundbildung

Gemäss "neuem" BBG muss jeder Beruf eine Bildungverordnung (BiVo) sowie einen Bildungsplan haben. Die BiVo enthält die grundsätzlichen Regelungen zum Beruf und wird von den OdA ausgearbeitet und von den Behörden genehmigt. Sie enthält die grundsätzlichen Regelungen zu einem Beruf, dazu einen Bildungsplan.

RLP

= Rahmenlehrplan

Die Rahmenlehrpläne enthalten Bestimmungen über die Inhalte des Unterrichts an den Berufsfach- und Berufsmaturitätsschulen. Sie werden vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erlassen und sollen einen gewissen Standard in der Ausbildung gewährleisten. Damit im Konflikt steht jedoch die jeweils kantonale Auslegung und Umsetzung der Rahmenlehrpläne.

Berufsbildungsverantwortliche

= alle an der Ausbildung eines Lernenden Beteiligten, d.h. Berufsbildner/-innen, Lehrpersonen an den Berufsfachschulen, Prüfungsexperten sowie weitere Beteiligte

Donnerstag, 4. Februar 2016

Exkursion Bühler





Zum Abschluss des Semester haben wir uns noch einmal auf Exkursion begeben. Nach für mich kurzer Anreise trafen wir uns in Uzwil beim dortigen Hauptsitz des Maschinengiganten Bühler. Vorab wusste ich nicht viel, was die Ausbildung bei Bühler betrifft. Durch Bekannte habe ich lediglich immer wieder gehört, dass die Ausbildung der Lehrlinge sehr gut sein soll.



Und dieser Ruf wurde an diesem Tag bestätigt. Zum einen wurden wir eingehend über die Anwendungen von ClassUnlimited informiert. Dies ist eine Art Video-Unterricht, bei dem ein Teil der Klasse live vor Ort anwesend ist und im Schulzimmer in Uzwil sitzt und der andere Teil von irgendwo auf der Welt zugeschaltet werden kann. Dank dieser Innovation kann Bühler seinen Lehrlingen einen für sie so wichtigen, längeren internationalen Austausch während der Lehre anbieten. Diese Bildungsreisen finden in alle Teile der Erde statt, von Asien bis Südamerika. Dank des flipped classroom und der Zusammenarbeit mit der Berufsschule Uzwil kann Bühler so garantieren, dass die Lehrlinge am Ende die nötige Schulzeit aufweisen.

(c) http://www.cambridge.org/elt/blog/wp-content/uploads/2014/06/flipped-classroom.jpg

Beim Besuch in der Schule wurde deutlich, welcher Aufwand das zum einen organisatorisch, zum anderen aber vor allem finanziell darstellt. Die Lehrer müssen faktisch mehrere Klassen führen, auf wenn auf dem Papier jeweils nur eine Klasse im Unterricht sitzt und die zugeschalteten Klassen von eigens dafür vor Ort engagierten Lerncoachs begleitet werden. Vor allem aber ist der finanzielle Aufwand immens. Wie der Prorektor der Schule gesagt hat, wäre dies ohne die Federführung von Bühler nicht möglich gewesen.



Dieses Engagement passt aber in die innovative Linie, die Bühler bei seiner Lehrlingsausbildung einschlägt. Neben diesem ClassroomUnlimited legt der weltweit tätige Maschinenbau-Familienkonzern auch viel Wert auf die Bindung ehemaliger Lehrlinge und vor allem in die Eigenverantwortung der Lehrlinge. So wurde uns von einigen leistungsstarken Lernenden ihre Projekte gezeigt, an denen sie selbständig arbeiten und die am Ende den Ansprüchen der entsprechenden Kunden genügen müssen. Sie zeigten uns eine automatische Popcorn-Maschine oder auch ein Kerzenzieh-Automat, der für eine Kerzenfabrik in Zürich verbessert werden muss.

Der Tag hat viele Eindrücke hinterlassen, auch was die schiere Grösse der Firma anbelangt. So gäbe es beispielsweise nach 4 Tagen einen weltweiten Ernährungsengpass, wenn Bühler alle seine Maschinen abschalten würde. Natürlich völlige Utopie, aber dennoch eindrücklich.



Das war's für dieses Semester. Im nächsten geht's wohl weiter... Stay tuned!

Sonntag, 24. Januar 2016

Das Schweizerische Bildungssystem

Schon einige Male sind wir nun im Rahmen des BP-Moduls in den Genuss einer Vorstellung des Schweizerischen Bildungssystems gekommen. Da mir dieses nicht ganz neu ist, konnte ich die Gelegenheiten nutzen und mir die genaueren Hintergründe etwas anschauen. Dabei ergaben sich einige Denkanstösse. Vorab aber noch einmal die grundlegendsten Erläuterungen.

(c) http://www.stadt.sg.ch/home/schule-bildung/alle-bildungseinrichtungen/schulsystem-schweiz/_jcr_content/Par/image.jpg

Nach dem Durchlauf der obligatorischen neun Schuljahre erfolgt der Übertritt in die Sekundarstufe zwei, die entweder aus einer Berufslehre, aus einer Matura oder aus einer Kombination besteht. Für die Berufspädagogik sind dabei vor allem die Wege interessant, die die Berufsmaturität beinhalten. Diese kann nach oder zeitgleich mit einer Grundausbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis erlangt werden. Dies sind jene Lernenden, die wir nach einem BP-Modul unterrichten werden.

Ein besonderes Augenmerk sollte man aber auf die Möglichkeiten legen, die sich den Lernenden nach der Berufsmaturität legen. Dank der Durchlässigkeit des hiesigen Bildungssystems sind ihnen nach erfolgreicher Matura keine Grenzen gesetzt. Sie können weiterhin ihrem "normalen" Beruf nachgehen. Sinnvoller wäre aber das Anstreben einer Ausbildung im Tertiärsektor, d.h. eine Berufsprüfung (ehemals Meisterprüfung), eine höhere Fachprüfung, eine Fachhochschule oder auch ein universitäres Studium. Berufsprüfung oder höhere Fachschule sind dabei auch ohne Matura möglich.



Da all diese Abschlüsse im Tertiärsektor angegliedert sind und die meisten mit einem Bachelor- oder Masterabschluss enden, stellt sich die Frage, welcher Abschluss wie zu gewichten ist. Auch Freunde von mir standen vor diesem Problem. Am Ende ist die entscheidende Frage wohl, welches berufliche Ziel man hat und in welchem Bereich man arbeiten will. Dieses Ziel gibt vor welchen Weg, sprich welche Tertiärausbildung, man wählen sollte.

Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten. Der Weg des Passarelle ermöglicht wie erwähnt auch den Zugang zu Universitäten und Hochschulen. Dazu vielleicht ein andermal mehr... Stay tuned!

Donnerstag, 21. Januar 2016

Case Management - Bildungsnetz Zug

Der Besuch am Nachmittag beim Bildungsnetz Zug war auf die eine Seite zwar interessant, auf die andere aber auch nichts spezielles. Im Nachhinein ordne ich das Gehörte zum Case Management, das uns der Leiter der Institution mit auf den Weg gab, als eine recht stark perspektivistische Ansicht aus dem Inneren ein. Das sein Vortrag gegen Ende hin zu einer Werbeveranstaltung für sein Buch avancierte, ist hier noch nicht einmal gemeint. Viel mehr seine optimale Sicht auf die Dinge, die sein Tun bewirken kann. Kritische Nachfragen nach Millionenzahlungen von bekannten Schweizer Banken umging er viel eher. Er war sich zwar bewusst, dass es ohne diese Zahlungen nicht gegangen wäre. Doch auf die Zukunft angesprochen, wurde der Eindruck vermittelt, mit einer solch tollen Sache finde man schon eine Möglichkeit, die hohen Ausgaben, die die Arbeit mit sich bringt zu decken.


Man verstehe mich bitte nicht falsch. Ich finde den Ansatz interessant und richtig, auch schwieriger zu vermittelnde Lernende irgendwo unterzubringen. Nicht irgendwo, sondern an einem Platz, an dem sie sich möglichst optimal einbringen und entwickeln können. Dass dazu viel Goodwill aller Beteiligten erforderlich ist, sei hier mal aussen vor gelassen. Dass manch ein Arbeitnehmer einfach auf eine subventionierte und somit für ihn günstige Arbeitskraft setzen will, ebenfalls. Für viele Jugendliche wird dieses Case-Management die einzige Möglichkeit sein, in der Berufswelt Fuss zu fassen. Welche Vorteile sich ihnen persönlich bieten, sollte auf der Hand liegen. Ebenso lohnenswert erachte ich aber auch die volkswirtschaftlichen Vorteile. Durch eine zu Beginn hohe Investition in das "schwer vermittelbare" Humankapital sollte sich im Verlauf des Berufslebens eine gute Rendite für die Volkswirtschaft einstellen, da die vermittelten, schwierigen Fälle dann nicht von Sozialversicherungen durchs Leben gefüttert werden müssen. Also, um es nochmals zu betonen: Man verstehe mich nicht falsch. Ich finde den Ansatz interessant und richtig.


Was ich mit meiner doch nicht zu verbergenden Kritik sagen will, ist, dass solchen Institutionen, und das Bildungsnetz Zug ist nunmal mein Beispiel, eine kritische Beobachtung von aussen gut zu Gesicht steht oder stehen würde. Sei dies nun in Form eine überwachenden Stelle, was aber wiederum den Apparat aufblasen würde, oder in Form eines unabhängigen Beobachters, der neben der sozialen, auch die wirtschaftliche Effizienz im Auge behalten würde. Natürlich käme es so zu Streitfällen, in denen Soziales und Wirtschaftliches gegeneinander abzuwägen wäre. Deren Lösung wäre aber auch machbar, ohne Millionenzahlungen der Bankenwelt...

Soviel zu meiner Meinung dazu... Stay tuned!

Mittwoch, 20. Januar 2016

Ausbildungsverbund - BildxZug

Heute machten wir uns auf nach Zug. Dort warteten einige Institutionsvertreter auf uns, die uns ihre Angelegeneheiten gerne näher präsentieren wollten. In meinem heutigen Post will ich dabei nur auf BildxZug eingehen - die Institution, die wir vormittags besucht haben.


Nun, was ist BildxZug? Kurz: ein Ausbildungsverbund (weiteres Beispiel). Was ist ein Ausbildungsverbund? Vereinfacht erklärt ist es eine Art Vermittlungsagentur für Lehrstellen. BildxZug stellt die Lehrlinge ein und schliesst die entsprechenden Verträge ab. Ebenso verhandelt der Verbund mit den Lehrbetrieben und bestimmt bilateral die Anstellungsbedingungen. Während ich den Ausführungen des Geschäftsführers von BildxZug lauschte, kam mir immer wieder der Gedanke an eine Art Headhunter für Auszubildende. Auch die Sticheleien seitens des Referenten am Nachmittag bestärkten diese Ansicht. Aber dazu später mehr...

Im Vergleich dazu gibt es auch noch Lehrbetriebsverbunde. Diese sind in den Grundzügen dasselbe. Allerdings funktionieren sie ohne vermittelnden Zwischenakteur. Die Betriebe schliessen sich ohne Mittelsmann zusammen und bilden Lernende gemeinsam aus.


Nun gut, BildxZug konzentriert sich also vor allem auf die leistungsstarken Lernenden. Das ist auch nötig, wenn man bedenkt, welche Anforderungen an die jungen Berufseinsteiger/-innen gestellt werden. Ausbildungsgänge wie KV international oder KV Business English Plus verlangen mehr als nur die sonst für das KV üblichen Fähigkeiten. Zwei junge Damen, die uns kurz vor Mittag noch Rede & Antwort gestanden haben, haben gesagt & gezeigt, dass durchaus ein starkes Interesse allgemein sowie eine Affinität zu Sprachen vorausgesetzt werden müssen.
Schaffen die Bewerberinnen und Bewerber den Sprung zu BildxZug, eröffnen sich ihnen interessante Möglichkeiten. Durch das Modell des Ausbildungsverbunds besteht die Möglichkeit und die Absicht, dass die Lernenden ihren Lehrbetrieb regelmässig wechseln. So arbeiten sie beispielsweise ein Jahr bei der international tätigen Firma Johnson&Johnson, das nächste Jahr bei einem KMU in Zug. Gerade in Zug, dem international stark verknüpften Cluster von multinationalen Unternehmen, bietet dieses Modell sehr interessante Ansätze. Die Einblicke, die sich den Lernenden in den 3-4 Lehrjahren bieten, sind wohl nahezu vollumfänglich. Abgänger dieser Lehren sind gemäss der Aussagen der Beteiligten äusserst gefragt.
Für mich hat sich aber die Frage gestellt, ob die Bindung zwischen Lehrbetrieb und Lernendem durch die stetigen Wechsel nicht leidet. Wer auf ein stetes Umfeld am Arbeitsplatz angewiesen ist - und dies ist nach meiner Erfahrung gerade für Lernende häufig wichtig, ist hier fehl am Platz. Aber diese sind dann wohl ohnehin nicht die Leistungsstarken... Naja.

Mit dem anderen Ende der Skala, den Leistungsschwachen und Problemfällen, haben wir uns am Nachmittag beschäftigt. Der Post dazu folgt, also: Stay tuned!

Montag, 11. Januar 2016

Lernjobs III - Advance Organizer

Noch immer soll uns also das Thema Lernjob beschäftigen. Ich will mich hier noch einmal mit dem Advance Organizer auseinander setzen. Was ist gut? Was ist schlecht? Was ist das Ziel davon? Welche Möglichkeiten gibt es?

Beispiel eines Advance Organizers

Viele Fragen, auf die es wohl ebenso viele Antworten gibt. Sinn und Zweck eines Advance Organizers (im Folgenden AO)ist es eigentlich, die Lernenden zu Beginn einer Stunde, einer Lernreihe oder eines Lernjobs abzuholen, auf die Thematik einzustimmen und an allfälliges Vorwissen anzuschliessen. Schon daraus wird ersichtlich, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, das zu tun. Für Geschichte, eines meiner Fächer, ist der Einstieg über eine Quelle denkbar. Im Sinne eines AO wäre es beispielsweise denkbar, dass sich die Schüler ihr eigenes Bild einer Quelle machen, diese analysieren und mit ihrem bereits vorhandenen historischen Wissen in einen Zusammenhang setzen. Darauf kann dann aufgebaut werden.

Einfacher sind AO, die als Mind Map oder Concept Map erstellt werden sollen und auf einer einfachen Einstiegsfrage beruhen. Sie können die Lernenden einfacher abholen, allerdings besteht natürlich die Gefahr, dass sich die Lernenden dann nicht direkt angesprochen fühlen. Hier wäre dann ein Nachhaken der Lehrperson erforderlich, der den Lernenden mit einer zusätzlichen Frage oder einem Denkanstoss dazubringen kann, sich doch noch auf den AO einzulassen.



Gute Aufträge oder Stunden bauen auf guten AOs auf. Das Problem ist schnell ersichtlich: Die AOs sind sehr individuell und nur schwer in die Planung einzunehmen. Zudem würde es im Umkehrschluss heissen: Schlecht gelöste AO ergibt schlecht gelöste Aufträge. Dass ein Auftrag oder ein Lernjob aber dennoch gut sein kann, scheint mir gegeben. Vor allem da der Lernjob richtigerweise von hinten aufgespurt wird und der AO damit erst ganz am Schluss definiert wird. Doch dazu in einem separaten Post mehr.

Wie das zusammenspielt, wird sich wohl im Verlauf des Jahres herausstellen... Stay tuned!

Samstag, 9. Januar 2016

Lernjob II - Gute Lernjobs








Mal wieder das Thema Lernjobs... Es ist ja schliesslich noch Januar. Was ist ein guter Lernjob? Was ist ein schlechter Lernjob? Und vor allem: Wie komme ich zu meinem Lernjob, der den gewünschten Kriterien entspricht?



Der Lernjob ist ein sich sehr gut eignendes Instrument, um Aufgaben ziel- und handlungsorientiert in den Unterricht einzubauen. Dabei soll auf einem Auftragsblatt beschrieben sein, was verlangt wird, was das Ziel ist, welche Ergebnisse erwartet werden und unter welchen Rahmenbedingungen sie erreicht werden sollen. Selbstredend, bzw. spätestens nach diesem Einstiegssatz, sollte klar sein, dass sich diese Art von Aufgaben vor allem für die Berufsschule oder die Berufsmaturitätsschule eignet. Im gymnasialen Unterricht lassen sich Stunden auch theoretischer in diesem Sinne der Handlungsorientierung aufgleisen.


Nun also, ein guter Lernjob. Ein wichtiger Ansatz ist sicher, dass man die Aufgabe quasi von hinten aufzäumt und man sich zu Beginn, überlegt, wo man eigentlich mit den Schülern hin will. Daraus kann man dann den Weg bzw. die Aufgaben ableiten.

Auf das Layout will ich gar nicht gross eingehen. Dass dieses einheitlich und ansprechend sein soll, ist für mich für jedes Arbeitsblatt selbstredend. Es gibt aber noch weitere formale Dinge, die es einzuhalten gilt: Gleich zu Beginn soll dargelegt werden, welche Lernziele mit dem Auftrag erreicht werden sollen. Im Anschluss, noch vor Beginn des eigentlichen Auftrags, sind die Rahmenbedingungen zu klären, so zum Beispiel mit welchem Zeitaufwand zu rechnen ist oder welche Hilfsmittel angedacht sind.

Danach sollte ein Advance Organizer folgen: Dieser dient im Sinne einer Einstimmung dazu, die Lernenden abzuholen und sie auf die Thematik einzustimmen. Er kann an bestehendes Vorwissen anschliessen oder einleitende Überlegungen aufgrund von Allgemeinwissen verlangen.

Nach diesen Vorarbeiten kommen die eigentlichen Aufträge. Diese sind als offene Aufträge oder Fragen zu stellen, ebenso offen soll auch ihr Output sein. Mindestens soll den Lernenden aber eine Auswahlmöglichkeit an Lösungswegen gegeben werden.

Andere Kriterien unterscheiden sich nicht gross von den Gütekriterien anderer Aufträge. Was wir in diesem Zusammenhang noch verstärkt angeschaut haben, waren die Rubrics, also Bewertungsraster. Auf diese will ich aber in einem anderen Eintrag eingehen... Stay tuned!

Montag, 21. Dezember 2015

Lernjobs

Ein zentrales Element, das Max uns vermitteln will, sind Lernjobs. Ihre Vorteile liegen meines Erachtens auf der Hand. Die Lernenden erhalten einen unmittelbaren, praktischen und handlungsorientierten Zugang zum Stoff. Wie sich das in meinem Erstfach Geschichte umsetzen lässt, soll erst später Gegenstand meiner Auseinandersetzung werden.

Erst soll es darum gehen, was einen guten Lernjob an sich ausmacht. Damit ein solcher sinnvoll ist und auch bei den Schülerinnen und Schülern gut ankommt, gibt es einige Punkte, die zu beachten sind:


Vorweg ist es sinnvoll, einen Advanced Organizer erstellen zu lassen. Es geht dabei darum, das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler zu aktivieren, sie abzuholen und auch gleich auf bereits Bekanntes anzuknüpfen. Die Lernenden erkennen so, was sie bereits wissen, über welches Lerngerüst sie verfügen und worauf sie aufbauen können. Ein Advanced Organizer sollte daher der erste Schritt eines Lernjobs sein. Es gibt dafür viele Möglichkeiten - denkbar sind MindMaps, ConceptMaps, Brainstormings, Thesenformulierungen oder vieles mehr.

Bevor es allerdings darum geht, die Aufgabenstellung für einen Advanced Organizer zu formulieren, sollte man sich des Auftrags, den man erteilen will, bewusst sein. Dazu ist es sinnvoll, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Dazu soll zu Beginn ein Bewertungsraster, ein so genannter Rubric, erstellt werden. In verschiedenen Kategorien soll daraus ersichtlich werden, was am Ende des Lernjobs von den Schülerinnen und Schülern erwartet wird. Zum einen dient dieses Raster den Lernenden als Orientierung, damit sie wissen, was von ihnen verlangt wird. Zum anderen ist es auch für die Lehrperson eine nützliche Stütze, da so gleich zu Beginn deutlich gemacht werden muss, was von den Lernenden verlangt wird. So hat man für die Ausarbeitung des restlichen Auftrags einen Leitfaden, nach dem man sich richten kann.
http://qualityandinnovation.com/2012/02/02/the-rubric-as-a-general-purpose-quality-tool/

Ein solches Raster gilt es jetzt auf die nächste Stunde zu erstellen. Ich werde mich also mal daran versuchen und später von meinen Erfahrungen berichten. Stay tuned!

Sonntag, 29. November 2015

Visual Facilitating

Nun ging es also um das Visual Facilitating... Doch was ist das? Kurz gesagt geht es darum, etwas, das gerade im Unterricht behandelt wird oder das den Rahmen des Unterrichts abstützt, schnell und anschaulich zu visualisieren. An sich ganz einfach.

Darüber hinaus gibt es (beispielsweise auf Wikipedia) kompliziertere, aber dennoch verständliche Definitionen:
Visual Facilitation ist die verantwortliche visuelle Begleitung von Gruppenprozessen. Prozess, Inhalte und Ergebnisse werden in Visueller Sprache , d. h. in Bild-Wort-Kombinationen erfasst. Der/Die Visualisierer/in hört zu, nimmt das Geschehen auf und bringt den Diskurs und seine Ergebnisse Schritt für Schritt live als Visualisierung zu Papier, Kernaussagen werden herausgefiltert. Die Visualisierung wirkt als Spiegel des Geschehens direkt auf den Gruppenprozess zurück. Die live-Visualisierung kann durch vorab hergestellte Visualisierungen wesentlicher Inhalte (von Charts bis hin zu handgemalten Filmen) ergänzt werden.

Dass es zur Visualisierung auch diverse Tricks und Kniffe gibt, hat sich schnell gezeigt. So gibt es mehrere verschiedene Elemente, die sich einbauen lassen:

  • Die Schrift sollte natürlich möglichst leserlich sein - und im Optimalfall schwarz auf weiss.
  • Alle Elemente (Kästchen, Cluster, Templates), die Text enthalten, werden, als «Container» bezeichnet. Container helfen, komplexe Inhalte zu strukturieren und zu charakterisieren. Sie sind nützlich, wenn es darum geht, längere Texte unterzubringen und Wichtiges hervorzuheben.
  • Hierarchien, Chronologien, Zusammenhänge, Abläufe und Gegensätze werden mit Linien und Pfeilen dargestellt. Ob gepunktet, gestrichelt, wellig, chaotisch oder in Treppenstufen aufsteigend – die Linie, der Pfeil und sogar der einzelne Punkt sind wichtige grafische Helfer.
  • Viele Gegenstände, die für eine Organisation relevant sind, lassen sich mit ganz einfachen Bildern darstellen. Bildsymbole können aber auch Abstraktes sichtbar machen: die Glühbirne steht für Ideen, die Waage für Ausgleich und die Haifischflosse für Gefahr.
  • Auch Personen oder Gruppen können ganz einfach visualisiert werden. Ausgangspunkt sind dabei fast immer ein O und ein umgestülptes U. Mit etwas Spiel in den Formen lassen sich so verschiedene Situationen, Gesten, Gedanken und Gefühle darstellen.
  • Schatten und Farben: In der Visualisierung nutzen wir Farben um Inhalte hervorzuheben, zu trennen und zu verbinden. Eine Sonderstellung nimmt hier die Farbe Grau ein. Grau benutzen wir hauptsächlich für Schatten und um unseren Zeichnungen Volumen zu verleihen. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Dieses Motto wertfrei auf unsere Visualisierungen angewendet, verleit unseren Zeichnungen Lebendigkeit.
  • Zum Zeichnen und Schreiben bietet es sich natürlich an, verschiedene Stifte zu benutzen. Im Kurs hatten wir dazu den "One" und den "BigOne". Letzterer ist wie der Name sagt etwas grösser und eignet sich damit vor allem für Schraffuren und Schattierungen.
Damit lässt sich also eine Vielzahl von verschiedenen Dingen schnell und zielführend aufzeichnen. Zum Abschluss ein Zusammenschnitt möglicher Einsatzgebiete... Stay tuned!

Samstag, 21. November 2015

CYP-Exkursion




Am vergangenen Mittwoch sind wir im Rahmen unseres BP-Moduls nach Zürich gereist. Es stand eine Exkursion ans CYP auf dem Programm. Hinter den drei Buchstaben steht ein Verein aus verschiedenen grossen und kleinen Banken - zu denen u.a. die UBS und die CS zählen, der sich um die überbetrieblichen Kurse für die Mitgliedsbanken kümmert. Interessanterweise ist das Konstrukt als Verein aufgebaut. Dieser übernimmt die üK und zentralisiert diese an verschiedenen Standorten in der Schweiz, damit nicht jede Bank für sich solche Kurse organisieren muss, obgleich es noch Banken gibt, die dies dennoch tun. Es wurde denn auch erklärt, dass nicht alle Banken der Schweizerischen Bankiervereinigung auch beim CYP mitwirken. Der Tag am CYP war ziemlich aufschlussreich. Es gab mehrere Bereiche, die sich mir aufgetan haben:

1. Schnuppen im Alltag

Als erster Pluspunkt ist sicherlich anzuführen, dass es uns so möglich war, einmal hautnah zu erleben, wie ein üK abläuft. Ansonsten hört man nur immer von diesen Kursen und dass darin die Theorie mit der Praxis verbunden werde - für uns im Unterricht stets als "Handlungsorientierung" beschworen. Hier hatten wir die Gelegenheit zu beobachten, was das heisst, als die Lernenden eine fiktive Familie Vögeli von ihren Finanzdienstleistungen überzeugen mussten. Besonders interessant fand ich den Austausch der Lernenden mit ihren Lehrern. Auf 48 Auszubildende kamen drei Coaches. Auf den ersten Blick relativ wenig, allerdings sind auch in anderen Schulen nicht weniger als 16 Schüler pro Lehrer Usus. Den Umgang fand ich speziell. Zum einen wurde vieles interaktiv gestaltet, da am CYP seit kurzem voll und ganz auf Tablet-basierten Unterricht gesetzt wird. Zum anderen haben die Coaches aber dennoch grossen Wert darauf gelegt, dass das Interpersonelle nicht zu kurz kommt. Ob dieser Spagat geklappt hat, bin ich mir nicht ganz so sicher. Dafür wäre wohl ein grösserer Beobachtungszeitraum nötig gewesen.

2. Digitalisierung

Ein Aspekt, der damit rein spielt, ist die totale Ausrichtung auf die Digitalisierung ihrer Dienstleistungen in der Bank. Natürlich sehe auch ich die Vorteile, wenn der Berater ad-hoc die aktuellen Zinsen, Kurse und Daten abrufen oder mir komplexe Zahlengebilde visualisieren kann. Dass man jedoch gänzlich auf Papiere und Prospekte verzichtet, erschliesst sich mir nicht. Wie oft bin ich selbst bei einem Beratungsgespräch gewesen und war froh, dass mir der Profi am Ende eine Broschüre aushändigen konnte? Die Infos danach mühsam im Internet zusammensuchen zu müssen ist keine Alternative - ebenso wenig, sie als Mail zugeschickt zu bekommen und sie selber auszudrucken. Das ist für mich kein guter Service. Diese Ansicht ist vielleicht etwas stark vom Konsumenten geprägt, aber hey, warum nicht Beobachter, angehender Lehrer und kritischer Konsument sein? Sollte später schliesslich auch in etwa so funktionieren.

3. Money, money, money

Wenn etwas ersichtlich wurde, dann dass sich die Banken von der Finanzkrise bestens erholt haben. Geld scheint in diesem Verein nicht zu knapp zu sein. Bestens ausgerüstete Räume an bester Cluster-Lage in Zürich. Zudem die Ausrüstung der Lernenden mit eigenen Tablets und eine Schulentwicklung hin zur viralen Benutzung dieser Tablets, die von einer Langzeitstudie der Uni Zürich begleitet wird. Da diese Studie ergeben hat, dass die Schüler besser mit dem Gerät agieren, wenn es ihnen gehört, schenkt man es ihnen doch gleich. Inkl. Zubehör versteht sich. Ich fand das etwas merkwürdig und doch typisch Finanzbranche. Ich fragte und frage mich einfach, wie das in einer anderen Branche aussehen wird. Ich hoffe, in einer weiteren Exkursion noch die entsprechenden Beobachtungen machen zu können. Einer der Coachs hat uns denn auch gefragt, ob das Lehren mit Tablets bei uns auch gebräuchlich sei. Wir haben nur dezent darauf hingewiesen, dass es vielerorts halt eine Frage der (selten) zur Verfügung stehenden Mittel sei.

4. Teamteaching

Zu guter Letzt hat uns der Kurs, der von drei Coaches geleitet wurde, auch gezeigt, wie das Teamteaching im Alltag aussehen kann. Die Lehrer dort gehen nach standardisierten Lehrplänen vor, selbst die Stundeninhalte sind bis ins Detail vorgegeben. Das ermöglicht zwar, dass die Lehrpersonen nach Bedarf ausgetauscht und auch an allen Standorten eingesetzt werden können. Meines Erachtens geht dabei aber ein wichtiger Pfeiler der Didaktik verloren: das Vermitteln eigener Ansichten mit den eigenen Vorstellungen und Prinzipien. Ich kann mir zwar vorstellen, dass diese Ansichten auch in den CYP-Kursen eingebracht werden können. Diesen Beweis müsste zuerst aber jemand erfüllen... Stay tuned!


Dienstag, 3. November 2015

Einführung in Moodle, Mahara & Wiki

Nachdem es in der ersten Sitzung vor allem darum ging, sich einen Überblick zu verschaffen und die Methoden FLEMO und Lego Serious Play kennen zu lernen, stand im Mittelpunkt der zweiten Sitzung die E-Learning-Umgebung.

In Eigenregie wurde nach dem Einstieg über Moodle eine erste Mahara-Ansicht erstellt. Diese enthält neben Infos zu mir nun auch eine Übersicht über die erbrachten Leistungen sowie eine Verlinkung zu deren Ergebnissen. An und für sich scheint Mahara einfach im Umgang zu sein. Das Bausteinprinzip, um die Ansichten zusammenzustellen, gefällt. Der Texteditor wirkt allerdings etwas schwerfällig. Dennoch finde ich den Ansatz interessant, alles an einem Ort in seinem Portfolio präsentieren zu können. Selbst die Verlinkung dieses Blogs sollte kein Problem sein.

In einem zweiten Teil ging es darum, das so genannte Pecha Kucha Präsentationsformat kennenzulernen. Der Vortragende trägt in sechs Minuten und 40 Sekunden 20 Folien vor. Das ergibt 20 Sekunden für jede Folie. Der Vortrag ist so in der Länge eingeschränkt. Sofern sich der Redner nicht zu sehr stressen lässt, ergibt sich dadurch eine interessante Fokussierung auf die Kernthemen. Wir werden diese Vorstellungsvariante anwenden, um über unseren Besuch eines Kleinbetriebs zu berichten, der im Verlauf des Jahres ansteht.

Im weiteren Verlauf der Stunde sind wir noch auf die Begriffe Rubrics, Lernjob und Checklisten zu sprechen gekommen:
  • Unter Rubrics versteht man ein Bewertungsraster, das die Beurteilung einer Leistung nach objektiven Kriterien ermöglicht. Deren Anwendungsgebiete sind schier endlos. Auch die meisten Leistungen in diesem Kurs oder die Vielzahl an schulischen Bewertungen wird mit Rubrics durchgeführt. Eine Offenlegung dieser Raster kann zu grösserer inhaltlicher Transparenz und besserer Klarheit der Leistungsanforderungen führen, wie sie für einen guten Unterricht durchaus wünschenswert ist.
  • Als Lernjob wird ein Auftrag zusammengefasst, den die Lernenden zumeist in Eigenregie absolvieren. Er kann in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit absolviert werden müssen. Das Ziel ist die Eigenverantwortung der Lernenden zu fördern. Als Output des Lernjobs dient am Ende oft eine Art Projektarbeit oder ähnlich. Vor allem wenn der Lernjob aus mehreren Teilen besteht, kann das Resultat sehr vielschichtig sein und der eine Teil auf dem anderen aufbauen.
  • Checklisten? Was sind Checklisten?
Soviel zu den ersten beiden Sitzungen... stay tuned!